Die Photovoltaik hat sich in Deutschland zu einer tragenden Säule der Stromversorgung entwickelt. Gleichzeitig steht der Ausbau noch lange nicht am Ende. Die Veröffentlichung „Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland“ des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE zeigt, welche Bedeutung Solarenergie heute hat und welches Potential in den kommenden Jahren erschlossen werden kann.
Photovoltaik wächst weiter
Der Ausbau der Photovoltaik hat in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich an Geschwindigkeit gewonnen. Allein im Jahr 2025 kamen rund 17 GWp neue PV-Leistung hinzu. Damit stieg die gesamte installierte Leistung auf etwa 118 GWp, verteilt auf rund 5,5 Millionen Anlagen, einschließlich Steckersolargeräten.
Zum Vergleich: Zwischen 2013 und 2018 lag der durchschnittliche jährliche Zubau noch bei lediglich 1,9 GWp. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt damit deutlich, welche Dynamik der deutsche Photovoltaikmarkt inzwischen erreicht hat. Und der Ausbau soll weitergehen: Die gesetzlich vorgesehenen Ausbaupfade sehen eine installierte PV-Leistung von 215 GWp bis 2030 und 400 GWp bis 2040 vor. Damit bleibt der Bedarf an neuen Photovoltaikanlagen auch in den kommenden Jahren hoch.
Solarstrom ist längst ein wichtiger Teil unserer Stromversorgung
Mit dem Ausbau wächst auch die Bedeutung von Photovoltaik für die deutsche Stromversorgung. Im Jahr 2025 erzeugten PV-Anlagen laut Fraunhofer ISE rund 92 TWh Solarstrom. Damit deckte die Photovoltaik etwa 17 Prozent des deutschen Bruttoinlandsstromverbrauchs. Erneuerbare Energien insgesamt kamen auf einen Anteil von rund 55 Prozent.
Bis 2030 dürfte ihre Bedeutung weiter steigen: Bei Erreichen des Ausbauziels von 215 GWp könnte Solarstrom nach den Berechnungen des Fraunhofer ISE rund 30 Prozent zum Bruttostromverbrauch beitragen.
Deutschlands Dächer bieten enormes Potential
Für den weiteren Ausbau stellt sich zwangsläufig die Frage: Gibt es überhaupt ausreichend geeignete Flächen? Die Antwort des Fraunhofer ISE fällt eindeutig aus. Neben Freiflächen, Agri-Photovoltaik, Parkplatzüberdachungen oder Floating-PV bieten insbesondere bereits vorhandene Gebäude ein großes Potential.
In Deutschland gibt es rund 40 Millionen Gebäude. Allein deren Dächer und Fassaden verfügen laut der Untersuchung über ein technisches Photovoltaik-Potential in der Größenordnung von 1.000 GWp. Gleichzeitig werden bislang weniger als zehn Prozent des vorhandenen Dachpotentials genutzt. Gerade Gewerbe-, Industrie- und Logistikgebäude mit großen Dachflächen können deshalb eine wichtige Rolle beim weiteren PV-Ausbau spielen.
Mit dem Ausbau steigen die Anforderungen an das Gesamtsystem
Je größer der Anteil der Photovoltaik an der Stromversorgung wird, desto wichtiger wird auch ihre Integration in das gesamte Energiesystem. Der Ausbau von PV-Erzeugungsleistung allein reicht deshalb langfristig nicht aus.
Parallel müssen Stromnetze weiterentwickelt, Speicher ausgebaut und Stromverbrauch sowie Stromerzeugung stärker aufeinander abgestimmt werden. Auch die zunehmende Elektrifizierung von Mobilität und Wärme bietet Möglichkeiten, Solarstrom direkt zu nutzen.
Photovoltaik wird damit zunehmend Teil eines vernetzten Energiesystems aus Erzeugung, Speicherung und Verbrauch.
Qualität wird beim weiteren PV-Ausbau immer wichtiger
Die Zahlen des Fraunhofer ISE zeigen deutlich: Deutschland steht nicht am Ende des Photovoltaikausbaus, sondern befindet sich mitten in einer langfristigen Transformation. Um die vorgesehenen Ausbauziele zu erreichen, müssen auch in den kommenden Jahren große Mengen neuer PV-Leistung installiert werden.
Damit rückt neben der Geschwindigkeit des Ausbaus auch die Qualität der Anlagen stärker in den Fokus. Schließlich sind Photovoltaikanlagen für eine jahrzehntelange Nutzung ausgelegt. Module, Unterkonstruktion und weitere Systemkomponenten müssen deshalb nicht nur eine schnelle Installation ermöglichen, sondern dauerhaft zuverlässig funktionieren und an unterschiedliche Dachbedingungen angepasst werden können.
Fazit: Photovoltaik bleibt ein Wachstumsmarkt
Mit 118 GWp installierter Leistung und einem Anteil von rund 17 Prozent am Bruttostromverbrauch hat Photovoltaik bereits heute einen festen Platz im deutschen Energiesystem. Gleichzeitig zeigen Ausbauziele und vorhandene Flächenpotentiale, dass noch ein erheblicher Teil des Weges vor uns liegt.
Besonders die Nutzung bereits vorhandener Dachflächen bietet große Chancen. Für Planer, Installateure, Unternehmen und Gebäudeeigentümer bedeutet das: Photovoltaik bleibt auch in den kommenden Jahren ein zentraler Bestandteil der Energiewende und damit ein Markt mit langfristigem Wachstumspotential.
Zur kompletten Veröffentlichung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE.














